NEWSLETTER OPEN – NR. 5 – 16.12.2013

Die Ukraine ist zwischen EU und Russland in einer nicht sehr komfortablen Lage – sie muss die Machtspiele um Energieressourcen und Menschenrechte, Geld und Freiheit ausbalancieren. Das wird nicht zuletzt auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen und so erreichten uns in der Beratungsarbeit in Stuttgart in den vergangenen Wochen besonders Anfragen von Ukrainerinnen, die sich zurzeit in Deutschland aufhalten. Sie nutzten die Beratung bei OPEN, um ihren Deutschlandaufenthalt nach Au-pair oder ihrem freiwilligen sozialen Jahr nach Möglichkeit zu verlängern. Leider konnten wir ihnen dabei nicht immer Hoffnung machen – um ein Visum für ein Studium zu beantragen, müssen sie auf jeden Fall zunächst zurück in die Ukraine. Einige interessierten sich auch für Arbeitsplätze im pädagogischen oder pflegerischen Bereich, sie würden hier gerne angesichts des Fachkräftemangels ihre Arbeitskraft und Kompetenzen einbringen. Doch für Nicht- EU-Bürgerinnen ist die Hürde sehr hoch, benötigen sie doch für ihre Aufenthaltserlaubnis in Deutschland nachweislich einen Arbeitsplatz und zertifizierte gute Sprachkenntnisse.

Für Rumäninnen sieht das ab Januar 2014 anders aus. Sie versprechen sich von der dann in Kraft tretenden Freizügigkeit für Rumänien und Bulgarien unkomplizierte Wege zu seriöser Arbeit. Doch dieser Eindruck täuscht, davon konnten sich die Projektverantwortlichen vom vij-Bundesverein auf ihrer Rumänienreise nach Oradea Mitte November überzeugen. In Gesprächen mit Vertretern der rumänischen Nationalen Agentur gegen Menschenhandel und der rumänischen vij-Beraterin und Psychologin Ottilia Vura wurden sie darüber informiert, dass besonders junge, oft bestens ausgebildete Frauen gefährdet sind, Opfer von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung zu werden. Ohne Perspektive im eigenen Land sind viele so verzweifelt, dass sie sämtliche Warnungen in den Wind schlagen und Arbeitsangebote nicht gründlich prüfen. In Deutschland kommt dann oftmals ein böses Erwachen: Schwarzarbeit, geringe Entlohnung, schlechte Arbeitsbedingungen bis hin zur Zwangsprostitution. Hier leistet Ottilia Vura wertvolle Präventionsarbeit: Sie berät viele Frauen persönlich, am Telefon, über Internet und hält Vorträge an Schulen und Universitäten. Sie erkennt zweifelhafte Formulierungen in Arbeitsverträgen, liest mit den Frauen das Kleingedruckte und informiert sich bei ihren deutschen Kolleginnen über die Arbeitgeber. Können wesentliche Fragen nicht geklärt werden, rät sie den Frauen von diesem Job ab. Dieses Ziel hat OPEN schon jetzt erreicht: die vij-Beraterinnen in Deutschland, Rumänien und in der Ukraine wissen, wer welche Fragen beantworten kann und welche Fragen gestellt werden müssen.

Claudia Robbe
Fraueninformationszentrum
Beraterin “OPEN”
vij Württemberg, Stuttgart
Этот адрес электронной почты защищён от спам-ботов. У вас должен быть включен JavaScript для просмотра.

Esther Peylo
Stellvertretende Projektleitung “OPEN for young women”
Stuttgart
Этот адрес электронной почты защищён от спам-ботов. У вас должен быть включен JavaScript для просмотра.

www.open-for-young-women.org
https://www.facebook.com/OPEN.vij

Diesen Newsletter als PDF-Datei herunterladen