Wir über uns

Aufbau eines internationalen Netzwerks zur Beratung und Begleitung von jungen Frauen

Der Verein für Internationale Jugendarbeit (vij) hat gemeinsam mit dem Bündnis gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution Baden Württemberg ein internationales Beratungs- und Begleitungsprogramm für junge Bildungs- und Arbeitsmigratinnen aus Osteuropa ins Leben gerufen. Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt startete am 1. Juni 2011. Außer dem Bundesverein des vij sind auch die Landesvereine in Bayern und Württemberg beteiligt. Bei der Konzeptionierung des Programms waren wir der Meinung, dass Armut nicht nur durch Auswanderung überwunden werden darf. Vielmehr sind Beschäftigungsprojekte im Heimatland erforderlich, damit junge Frauen dort selbst ihre Lage verbessern können.

Junge Frauen suchen das Glück und manche von Ihnen werden Opfer von Menschenhändlern. Die Lebensbedingungen in ihrer Heimat sind geprägt von Armut, Arbeitslosigkeit, Korruption und erschwertem Zugang zu Bildung. Durch die Migration hoffen sie, ihre Familien unterstützen zu können oder nach der Rückkehr in die Heimat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Mangels ausreichender Vorinformationen laufen die Frauen jedoch Gefahr, ausgebeutet oder sogar zur Prostitution gezwungen zu werden.

130 Jahre menschenrechtsorientierte Sozialarbeit

Unser Programm richtet sich an junge Frauen zwischen 18-30 Jahren. Sie sollen die Migration vom Herkunftsland ins Zielland und wieder zurück ohne Angst und in Sicherheit bewältigen können. Zunächst sind die Herkunftsländer Ukraine, Russland und Rumänien im Focus. Durch den Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks von Frauenberatungsstellen will der vij im globalisierten Europa eine internationale Schutzkette für mobilitätsbereite Frauen installieren.

Damit knüpft der vij an die 130jährige Tradition einer menschenrechtsbasierten Sozialarbeit an, aus der neben der Beratung von Au-pairs und Organisation von internationalen Jugendtreffs, auch die Fachstellen Frauenmigration und Menschenhandel und die Evangelische Bahnhofsmission hervorgegangen sind.

Das neue Projekt will junge Frauen vor, während und nach der Migration intensiv beraten, begleiten und ihnen Qualifizierungsangebote vermitteln. Damit verbessern sich ihre Zukunftsperspektiven in ihren Heimatländern. Wir haben dieses Projekt „OPEN for young women“ genannt. OPEN steht für Orientation, Perspectives and European Network und gleichzeitig für ein offenes Europa, in dem sich junge Frauen frei und sicher bewegen können.

Das Projekt soll:

  • Frauenhandel und Arbeitsausbeutung bereits im Herkunftsland vorbeugen: Dies geschieht zum einen durch persönliche Beratungen und zum andern durch eine geplante Aufklärungskampagne via Internet, über Besuche an Schulen, Universitäten und in Jugendgruppen.
  • Beratungsstellen in den osteuropäischen Ländern installlieren und ausbauen.
  • Beraterinnen aus Ost und West fortbilden und den Austausch von Erfahrungen anregen.
  • Beratungsstellen in Osteuropa mit den vij-Beratungsstellen in Deutschland vernetzen.
  • Praktikumsstellen, Studienplätze, Einsatzstellen für das Freiwillige Soziale Jahre und Freiwillige Ökologische Jahr sowie Au-pair-Stellen vermitteln.
  • junge Migratinnen während ihres Aufenthalts in Deutschland bei Weiterbildungsmaßnahmen, Freizeitgestaltung und in Krisen- und Notsituationen begleiten und unterstützen.
  • helfen bei der Rückkehr in die Herkunftsländer Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Dies soll durch Beratung zu Ausbildungsprojekten, Selbsthilfegruppen, Karriere, Hilfen bei der Arbeitsplatzsuche oder Unterstützung beim Start in die Selbständigkeit erreicht werden.
  • ausreisende und rückkehrende junge Frauen vernetzen.